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Commerzbank-Aktie: Unverändert hohe Risiken - und zu wenig Chancen 18.10.2012
Sarasin Research
Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Rainer Skierka, bekräftigt sein "reduce"-Rating für die Commerzbank-Aktie (ISIN DE0008032004 / WKN 803200).
Die Commerzbank (CBK) habe im August 2012 einen überraschend schwachen Halbjahresabschluss publiziert. Dies sei u.a. auf das anhaltende Tiefzinsumfeld, gedrückte Kundenaktivitäten sowie zunehmende Kreditrückstellungen zurückzuführen gewesen. Das habe sich in entsprechenden Rückgängen im Zinsergebnis (-26%), im Kommissionsertrag (-18%) sowie vergleichsweise gering im Handelsergebnis (-4%) widergespiegelt. Obwohl auch der Geschäftsaufwand (-15%) dank Kostenkontrollmaßnahmen zurückgegangen sei, habe der Ertragsrückgang (-14%) damit nicht kompensiert werden können. Hinzu gekommen seien nahezu doppelt so hohe Kreditrückstellungen (EUR 404 Mio.) wie im 1Q12, was sich summiert in einem Rückgang des Vorsteuergewinns um 35% auf EUR 644 Mio. niedergeschlagen habe.
Während die Segmente Mittelstandsbank und Central & Eastern Europe ein solides Ergebnis erreicht hätten, hätten Segmente Privatkunden und Corporates & Markets gemäß CBK unter dem Druck des herausfordernden Marktumfelds gestanden. Bezüglich Eigenkapital, habe die CBK die Zielvorgabe der European Banking Authority (EUR 5,3 Mrd.) per 30.6.2012 um EUR 2,8 Mrd. übererfüllen können. Die Risikoaktiva seien per 30.6.2012 im Vergleich zum Vorquartal noch einmal um EUR 13 Mrd. auf EUR 210 Mrd. gesenkt worden. Die Core-Tier-1-Quote sei im 2Q12 von 11,3 % per Ende März 2012 auf 12,2 % per Ende Juni 2012 erhöht worden. Mit Blick auf die regulatorischen Kapitalanforderungen nach Basel 3 sei die Commerzbank weiterhin gut aufgestellt. Per 1. Januar 2013 erwarte die Bank unter Berücksichtigung der ab diesem Stichtag geltenden Anforderungen weiterhin eine Core-Tier-1-Quote von mindestens 10%.
Derzeit liege die Hoffnung auf dem bevorstehenden Investoren-Tag. Im Rahmen des jährlichen strategischen Planungsprozesses überprüfe die Commerzbank alle Geschäftsbereiche. Die Ergebnisse würden am 8. November 2012 vorgestellt. Wie bereits früher verlautet sei, liege das Hauptaugenmerk sowohl auf der strategischen Weiterentwicklung des Segments Privatkunden als auch auf der Strategie für die Abwicklung der Portfolios des Segments "Non Core Assets". Aufgrund der schwierigen Ertragslage würden auch die Kosten einer konsequenten Prüfung unterzogen. Strategisches Ziel sei es, die Commerzbank konsequent auf das kundengetriebene und nachhaltig profitable Kerngeschäft zu fokussieren und Risiken sowie die Kapitalbindung weiter zu reduzieren. Das sollte eigentlich seit langem der Fall sein und die Analysten würden daher die Messlatte für den Investoren-Tag nicht zu hoch legen.
Die Commerzbank als zweitgrößte Bank Deutschlands zähle zu ihren Kernaktivitäten ein stabiles aber nur wenig Rendite erwirtschaftendes Geschäft. Diese seit Jahrzehnten verfehlte Geschäftspolitik habe ihren Ursprung sowohl in der stark fragmentierten Bankenstruktur Deutschlands wie auch in unternehmensspezifisch strategischen Fehlentscheidungen. Diese zu korrigieren dürfte mit hohen und nur schwer kalkulierbaren Kosten verbunden sein, welche die Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung mit entsprechender Verwässerung für bestehende Aktionäre erhöhen würde. Damit bleibe das Kurspotenzial für die CBK-Aktie jedoch stark limitiert. Hinzu komme ein zurückhaltender Ausblick für das 2H12, in welchem die CBK weiterhin keine Stabilisierung des Marktumfelds erwarte. Sie sehe daher derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das Operative Ergebnis reduziere. Die Kosten seien unter Kontrolle und das Kostenziel von EUR 7,6 Mrd. werde deutlich unterschritten. Das Ziel für die Risikovorsorge von EUR 1,7 Mrd. werde als ambitioniert aber erreichbar eingestuft. Vor diesem Hintergrund erwarte die CBK ein Konzernergebnis im zweiten Halbjahr 2012 unter dem der ersten sechs Monate 2012.
Zusammenfassend würden nach Erachten der Analysten die oben aufgeführten Probleme klar die nur wenig vorhandenen Chancen überwiegen. Aufgrund der weiterhin angespannten Ertragslage und Eigenkapitalsituation würden sie bis auf weiteres auch nicht mit einer Dividende rechnen.
Trotz optisch attraktiver Bewertungsparameter (P/B, P/E) stufen die Analysten von Sarasin Research die Commerzbank-Aktie daher mit "reduce" ein. (Analyse vom 16.10.2012) (18.10.2012/ac/a/d)
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